17.11.2011 - Schwabmünchen - Dass in der Region der Nachwuchs mit musikalischer Begabungen nicht ausgeht, erweist sich alljährlich beim Konzert der jungen Talente. Bereits zum 17. Mal hat Wolfgang Scherer das Konzert zugunsten der Kartei der Not, dem Leserhilfswerk unserer Zeitung, in der Stadthalle organisiert und geleitet. Und wie in jedem Jahr hatte er sich dazu wieder etwas Besonderes einfallen lassen.
Zunächst einen flotten Auftakt mit der Schnellpolka „Schöne Ferien“ von Johann Strauß. Zwei Ensembles, das Orchester und das Kammerorchester des Gymnasiums Maria Stern, drängten sich auf der Bühne. „Wir haben diesmal zu manchen Stücken bis zu 130 Mitwirkende“, sagte Wolfgang Scherer. Hinzu kamen 14 Solisten. „Viele unserer Talente haben es auf bedeutende Bühnen geschafft.“ Darauf ist der umtriebige Organisator und Orchesterleiter stolz. Leider konnte diesmal seine Frau Monika nicht wie gewohnt die Moderation übernehmen.
Aber Brigitte Gräbeldinger, Lehrerin für Latein und Sport am Augsburger Gymnasium Maria Stern, führte nicht minder charmant durch das Programm. Sie schilderte die spannende, europaweite „Jagd“ nach den Mundharmonikanoten und dann nach geeigneten Spielern, bei der auch unsere Zeitung behilflich war. So erfreuten nicht nur der 16-jährige Christoph Marin und sein Lehrer Herbert Gwosz die Zuhörer mit einem Duettino für Mundharmonika von Fried Walter – im Publikum saß auch der 85-jährige Richard Wagner, der nicht nur drei verschiedene Mundharmonikas mitgebracht hatte, sondern auch eine beeindruckende Kostprobe seiner Fertigkeit auf diesem Instrument gab.
Und Nicolas Prestel aus Bobingen, der Winnetou und Old Shatterhand mit seiner Mundharmonika begleitete, wurde zum Liebling des Publikums. Viel Beifall erhielten auch zwei Instrumentalensembles: das Cambodonium-Quartett und das Kontrabass-Quartett. Als Gesangssolisten zeigten Melanie Möller und Susanne Veith viel stimmliches Potenzial und der bereits international gefragte Klarinettist David Schöndorfer aus Königsbrunn begeisterte gleich eingangs mit Fingerfertigkeit bei Alamiro Giampieris „Il Carnevale di Venezia“.
Als etwas weniger fingerfertig erwiesen sich die Ehrengäste, die Scherer dazu animierte, das Orchester mit kleinen Vogelpfeifen zu begleiten. Den Spaß hatte das Publikum. Aber das wurde auch – als Gelächter in Johann Strauss’ „Auf Ferienreisen“ – einbezogen. Einer weiteren Tradition folgend, hatte Wolfgang Scherer auch in diesem Jahr Menschen aus dem Hintergrund der Vorbereitungen auf die Bühne geholt.
Waren es im Vorjahr die Sekretärinnen vom Vorzimmer der Schirmherren und des Sponsors, so war es in diesem Jahr Walter Kleber, Abteilungsleiter für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit bei der Kreissparkasse und Hallenmeister Thomas Rock. Mit Schlagzeug und Flügelhorn verstärkten sie die Orchester so zünftig, dass das Publikum mitklatschte. Zum Abschluss des Konzerts bewies das Publikum beim Mitsingen von „Kein schöner Land“ musikalisches Talent.
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