19.12.2011 - Die „Kochenden Männer“ spendierten gestern Weihnachtsessen für 25 bedürftige Familien in Augsburg
Der „Club der Kochenden Männer“ hat es möglich gemacht. Die zwölf begeisterten Hobby-Köche haben an diesem Wochenende für insgesamt 80 bedürftige Menschen in Augsburg gekocht, 25 Familien bekamen gestern ihr lecker duftendes Menü freihaus geliefert. Für die „Kochenden Männer“ sei diese Aktion eine „Herzensangelegenheit“, sagt deren Präsident Jürgen Bartel. „Weihnachten ist nicht Weihnachten, wenn man nicht etwas weitergeben kann“, findet er. Dass jede Menge Arbeit dahinter steckt, darüber spricht er erst auf Nachfrage.
Endlich kann auch Claudia G. etwas zurückgeben. Sie kann Danke sagen für die Unterstützung, die sie von ihrer Mutter bekommt. Kurz vor zwölf wird die Mama da sein, Claudia G. hat sie eingeladen. Perlhuhn-Terrine mit Waldorfsalat steht als Vorspeise auf dem Menüplan. Danach eine Rinderboullion und als Hauptspeise geschmorte Hirschkalbskeule. „Ein richtiges Festessen“, freut sich Claudia G.
Ein solches Menü kann sich die alleinerziehende Mutter sonst nicht leisten. Gäste einzuladen ist bei ihrem spärlichen Einkommen sowieso nicht drin. Und die Zeit, um die Speisen vorzubereiten, hat die 49-Jährige auch nicht. Schließlich muss sie sich neben ihrem Mini-Job um die zehnjährige Tochter Vanessa kümmern. Und dann ist da Sascha, der 23-jährige Sohn. Ihn zu versorgen, ist allein schon ein Vollzeitjob. Sascha ist schwerstbehindert, er hat das Klinefelter-Syndrom, eine Chromosomen-Anomalie, geistig ist er auf dem Stand eines Dreijährigen, sagt die Mutter.
Doch an diesem vierten Adventssonntag ist all das vergessen. An das Geld und die viele Arbeit muss die Mutter nicht denken, als es kurz nach elf an der Tür klingelt. Stefan Hartling von der Kartei der Not, dem Leserhilfswerk unserer Zeitung, und sein Sohn Christoph stehen vor der Tür. Sie überreichen Claudia G. vier große Boxen. Darin eingepackt: ein leckeres Vorweihnachtsmenü für die dreiköpfige Familie und ihren Gast.
Schon Samstagmorgen um sechs waren die ersten „Kochenden Männer“ am Herd in der Großküche der Lechwerke gestanden, um das Menü vorzubereiten. Am Sonntag um kurz nach sechs ging es in die heiße Phase. Vier Stunden lang wurde eifrig gewerkelt, Brätstrudel gerollt, Knödel geschnitten, Maronen gebraten. Allein 27 Kilo Fleisch wurden verarbeitet. „Es ist schon eine Herausforderung“, sagt Jürgen Bartel. Doch alles lief ruhig, von Hektik keine Spur. Kein Wunder, „Chefkoch“ Hansjürgen Krüger hatte alles bestens vorbereitet und mit dem früheren Koch der LEW, Klaus Geissler, hatten die „Kochenden Männer“ einen Experten in ihren Reihen.
Strahlende Augen
Gegen 10 Uhr kamen die Helfer der Kartei der Not hinzu. Schon zum zweiten Mal arbeiteten die „Kochenden Männer“ mit dem Leserhilfswerk zusammen. Das fertige Menü wurde in Schälchen verpackt und in die Autos geladen. Dann ging es hinaus zu den Bedürftigen in der Stadt. „Schade, dass sie die Begeisterung der Menschen nicht sehen können“, sagte die Geschäftsführerin der Kartei der Not, Susanne Donn, zu den Hobbyköchen. „Die leuchtenden Augen, die strahlenden Gesichter.“ Die Dankbarkeit von Menschen wie Claudia G.
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