Der 35. Presse-Cup in Burgwalden spielt 22 000 Euro für das Hilfswerk der Mediengruppe Pressedruck ein. Die gute Sache steht bei diesem Golfturnier im Vordergrund.
Am ersten Abschlag sind sie alle nervös. Männer manchmal sogar ein bisschen mehr als Frauen, verrät Herbert Wendel. Er muss es wissen. Wendel ist Starter und Marshall beim Golfclub Augsburg. „Wenn der erste Schlag kommt, dann läuft das Spiel", sagt er. Am Samstag hat Wendel 108 Teilnehmer des 35. Presse-Cups beim Start auf den 18-Loch-Championkurs in Burgwalden begleitet - viele von ihnen mit ein paar ermutigenden Worten. Auch Ilse Wölfle hörte die gerne. Ein bisschen nervös sei sie schon, verriet die Golferin am Abschlag. „Ich habe extra noch am Morgen geübt." Dabei stand das Sportliche für sie gar nicht im Vordergrund. Freude am Spiel wollte sie haben, sagte Wölfle. „Und die kommt von allein, wenn man weiß, wofür man spielt": für die Kartei der Not. 22000 Euro kamen am Samstag für das Hilfswerk der Mediengruppe Pressedruck zusammen - das zweitbeste Ergebnis, das jemals bei einem Presse-Cup erzielt wurde. Die Startgebühren, zusätzliche Spenden, Erlöse einer Versteigerung, die Unterstützung der Sponsoren und des Golfclubs, der auf seine Einnahmen verzichtet - all das kommt Menschen aus der Region zugute, die unverschuldet in Not geraten sind.
Ellinor Scherer vom Kuratorium des Hilfswerks, freute sich über die riesige Summe: „Unser großes Anliegen ist die Unterstützung der Menschen in unserer Gesellschaft, die es schwer haben, die durch das soziale Netz fallen und Hilfe brauchen." Dieses Anliegen war für viele Teilnehmer, auch für Ilse Wölfle, Ansporn genug. Es herrschte eine gelöste, eine lockere Stimmung auf dem gesamten Golfplatz - auch bei denen, bei denen nicht jeder Schlag saß. „Höhen und Tiefen" lagen hinter Dr. Dieter Knoll, als er an Loch sechs ankam. „Und das Schlimmste: Man kann niemanden dafür verantwortlich machen", sagte er mit einem Schmunzeln. „Die Organisation ist gut, das Wetter toll." Für die meisten zählte daher das olympische Motto: Dabei sein ist alles. Vor allem für Ernst Theodor. Der 86-Jährige hat bisher noch keinen Presse-Cup verpasst. Auch diesen nicht, obwohl er erst in der vergangenen Woche aus dem Krankenhaus entlassen worden war.
Ein „bisschen schlapp" fühle er sich, verriet Jürgens, bevor er an Loch zehn abschlug. Die fast sechsstündige Runde hielt er dennoch tapfer durch. „Das Ergebnis ist für mich völlig zweitrangig. Ich habe meinen Spaß und tue etwas Gutes". Das reichte an diesem Tag vielen aus. Auch bei Ilse Wölfle, die inzwischen an Loch 13 angekommen war. Ein „Auf und Ab" habe sie hinter sich. „Aber es waren auch immer wieder schöne Schläge dabei. Das macht einfach Spaß." Ob's nun ein gelungener Abschlag, ein paar schöne Schläge oder sogar ein Sieg in einer der Wertungen waren - zu feiern hatten am Abend bei der stimmungsvollen Gala auf dem Gelände des Golfclubs alle etwas. „Das Turnier steht für die gute Sache. Und wenn auch noch der Rahmen und das Wetter passen, dann ist das ein großartiges Ereignis", sagte Alexandra Holland, Herausgeberin unserer Zeitung und
Kuratoriumsmitglied. „Schöner geht es gar nicht." So sah es auch Turnierleiter Harry Schenavsky: „Wenn man sieht, wie schlecht es manchen Leuten geht, dann ist die Unterstützung für die Kartei der Not wichtiger als der Sport." Diese besondere Stimmung, das Ambiente des Presse-Cups hat sich längst herumgesprochen. Das „Turnier mit großer Tradition", wie es der Vorsitzende der Geschäftsführung der Mediengruppe, Andreas Scherer, formulierte, sei längst weit über die Region hinaus bekannt.
Das Hilfswerk der Mediengruppe Pressedruck und des Allgäuer Zeitungsverlags
Stiftung Kartei der Not
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Fax: 0821/777 21 22
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