23.09.2011 - Zehn Künstler wurden für den Ellinor Holland Kunstpreis nominiert. Sie alle hatten an einer Ausschreibung zu dem Thema „Landsberger Ansichten“ teilgenommen. Am 24. September wird der Preis zum zweiten Mal im Landsberger Stadttheater im Rahmen der Langen Kunstnacht verliehen.
Die Ausschreibung zu „Landsberger Ansichten“ lief bis Ende Juli und über 50 Künstler aus der Region haben daran teilgenommen. Der Preis trägt den Namen der im Dezember 2010 verstorbenen Verlegerin und Herausgeberin der Augsburger Allgemeinen und ihrer Heimatzeitungen und ist mit 2000 Euro dotiert. Ellinor Holland war nicht nur für ihr großes Engagement im sozialen Bereich für die Kartei der Not bekannt, sondern auch für ihre Verbundenheit mit der Kunst. Die Arbeiten wurden von der Kulturredaktion des Landsberger Tagblatts zusammen mit dem früheren Museumsleiter Hartfrid Neunzert ausgewählt.
Die Werke
So bietet die Keramik-Skulptur „LL City 2211“ von Otto Scherer einen Ausblick auf ein fernes Landsberg der Moderne. Zukunfts- oder Horrorvision nennt er sein Werk selbst. Der Maler Hans Dietrich beschäftigt sich mit der Architektur unserer Stadt, den verwinkelten Gassen, den schrägen Dächern und eng stehenden Häusern – und bietet, obwohl optisch völlig unterschiedlich, so das Gegenstück zu Scherers Skulptur. Mit der Vergangenheit Landsbergs beschäftigt sich auch die Malerin Mica Knorr-Borocco und verwebt in ihrem Bild die Geschichte Landsbergs zu einem stimmigen Ganzen. Die Wahrzeichen der Stadt werden hier vom Fluss umspielt, der eine wichtige Rolle in der Entwicklungsgeschichte der Stadt spielte und spielt. Der Fluss und die Heimat ist auch das Thema der gebürtigen Landsbergerin Daniela Kammerer. Hier werden Erlebnisse aus ihrer ganz persönlichen Geschichte in kleinen mosaikartigen Bildern zu einem großen Ganzen. „Im Fluss“ von Jusha und Sven Mueller beschäftigt sich auch mit den „Flüssen“ der Stadt. Die zweiteilige Arbeit mit einem Video wird allerdings erst im September bei einer Performance entstehen. Das Ergebnis ist in der Ausstellung zu sehen.
Mit der Zukunft, aber auch mit der dunklen Vergangenheit Landsbergs beschäftigt sich der Maler Martin Paulus in „Vor den Toren einer Stadt“. Sein Blick aufs Bayertor geht tiefer, vorbei an oberflächlicher Schönheit. Angelika Böhm-Silberhorn arbeitet mit kräftigem Farbauftrag und macht so die „Taufe am Lechwehr“ aus der Johanniskirche lebendig. Fotografie trifft auf Leinwand: „Sarahs Augen“ ist eine Gemeinschaftsarbeit der Malerin Gabi Becker und der Fotografin Sabine Giorgia Tominschek. Beide befassen sich mit den ruhigen Ecken Landsbergs, auf denen Sarahs Augen verweilen. Mit dem Fluss und vielen anderen Dingen, die uns täglich in Landsberg begegnen, beschäftigt sich auch Wolfgang Hauck in seiner Fotoarbeit.
„Go Landsberg“ ist eine grafische Montage. „Landsberger Begegnung 2“ ist eine skulpturale Collage von Eric Gand. Die Mischtechnik aus Draht, Papier, Farben, Sand und Spinnweben zeigt Fantasiefiguren..
Alle Arbeiten werden am Samstag, 24. September, ab 20 Uhr in einer Ausstellung im Landsberger Stadttheaterfoyer zu sehen sein. Die Preisverleihung im Rahmen der Landsberger Kunstnacht beginnt nach der Ausstellungseröffnung gegen 21 Uhr im Stadttheater. Eine Jury wählt den Gewinner unter den nominierten Künstlern aus. Die Jury für den Ellinor Holland Kunstpreis besteht aus Dr. Markus Günther, Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen und ihrer Heimatausgaben, Franz Freiherr von Rassler, Leiter der Dependance des Wiener Dorotheums in München, Andreas Kuhnlein, Ellinor Holland Kunstpreisträger 2010, dem früheren Leiter des Neuen Stadtmuseums Hartfrid Neunzert und Kulturredakteurin Alexandra Lutzenberger. Der Abend wird musikalisch von Preisträgern von „Jugend musiziert“ umrahmt. lua
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